Dr. Med. Dent.
Forusan Madjlessi
Zahnarzt und Fachzahnarzt
für Oralchirurgie
        
Fachinformationen
Laser   Ästhetische Zahnheilkunde   Implantate   Prohylaxe   Füllungen   Narkose   < Übersicht

Implantate sind industriell hergestellte Körper, die zum Ersatz der natürlichen Zähne bzw. Zahnwurzeln dienen. Sie bestehen aus dem äußerst gewebefreundlichen Material Titan und sind oft noch mit zusätzlichen Beschichtungen versehen, um eine bessere Einheilung im Kieferknochen zu erreichen. Allergische Reaktionen gegen Titan sind bisher nicht bekannt. Die Implantate haben die Form von Schrauben und sind 10 - 20 mm lang bei einem Durchmesser zwischen 3 und 5 mm. Auf diesen Implantaten kann je nach Situation und Anzahl der Implantate festsitzender oder herausnehmbarer Zahnersatz befestigt werden. Die Implantate dienen also zum Ersatz von verlorengegangenen natürlichen Zähnen.

Ein wichtiger Faktor bei der Beurteilung von Zahn-Implantaten ist die Gestaltung der Oberfläche. Hier haben sich in den letzten Jahren speziell bearbeitete Oberflächen wie OsseotiteR des amerikanischen Herstellers 3i - Implant Innovations (Bild) oder die neue Oberfläche des ITI-Implantates der Firma Straumann aus der Schweiz als überlegen erwiesen. Die Erfolgswahrscheinlichkeiten sind größer, die Einheilzeiten aber kürzer als bei anderen Oberflächen.

Wie funktioniert die Implantat-Behandlung?
Sicher gibt es keinen gleichwertigen Ersatz für das, was die Natur geschaffen hat. Dank der Fortschritte in der modernen Zahnheilkunde kann aber implantatgetragener Zahnersatz eine gestörte Kaufunktion oder auch Ästhetik oftmals fast vollständig wiederherstellen.


1. Einzelzahnersatz 2. Freiendsituation
Der unfallbedingte Verlust eines Schneidezahnes ist ein häufiger Grund für eine Einzelzahnimplantation als Alternative zur konventionellen Brückenversorgung. Aber auch der Verlust eines Front- oder Seitenzahnes durch Karies oder Parodontitis kann durch eine Implantation an dieser Stelle ausgeglichen werden. Dabei können die gesunden Nachbarzähne geschont werden, die bei Anfertigung einer Brücke beschliffen werden müssten.



Wenn im hinteren Bereich einer Kieferhälfte kein Zahn zur Verankerung einer Brücke mehr zur Verfügung steht, kommt oft die Implantation als einzige Alternative zum herausnehmbaren Zahnersatz zur Anwendung. Auf Implantaten kann dann ein Kronenblock oder eine Brücke als festsitzender Zahnersatz eingegliedert werden.




3. Große Zahnlücken 4. Der zahnlose Kiefer
Bei Zahnlücken von mehr als zwei fehlenden Zähnen ist es wegen der großen Kaubelastung oft statisch ungünstig, eine festsitzende Brücke einzugliedern. Die Implantation von Implantaten führt zu Situationen, die einfacher festsitzend zu versorgen sind. So lässt sich auch häufig die Anfertigung von herausnehmbaren Teilprothesen vermeiden.

Im zahnlosen Kiefer wird vom Patienten oft die mangelnde Haftung der Vollprothesen beklagt. Da es beim jahrelangen Tragen von herausnehmbarem Zahnersatz zu einem Abbau des Kiefers kommen kann, müssen die Prothesen mehrfach unterfüttert werden. Schließlich ist keine Möglichkeit mehr vorhanden, um eine genügende Saugfähigkeit der Prothesen auf der Schleimhautunterlage zu erreichen. Hier hilft die Implantation von mindestens 2, besser 4 Implantaten und die Verankerung der Prothese an diesen. Die Prothese bleibt herausnehmbar, hat aber jetzt einen festen Halt. Im Extremfall kann eine völlig zahnlose Situation durch Einbringen von mindestens 6 oder mehr Implantaten in eine festsitzende Versorgung umgewandelt werden.

Vorgehensweise:
Nach der Untersuchung durch den Zahnarzt ist die Anfertigung von Röntgenbildern zur Beurteilung des vorhandenen Knochenangebotes unbedingt notwendig. Auch sollten Modelle der Kiefer angefertigt werden. Wenn sich herausstellt, dass eine Operation von zahnärztlich-chirurgischer und allgemeinmedizinischer Seite möglich ist, muss zunächst die Kostenfrage geklärt werden, da das Einbringen von dentalen Implantaten und die prothetische Versorgung keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen darstellt. Wenn dieser Punkt geklärt ist, folgt die eigentliche Operation. Diese wird als ambulanter Eingriff in Lokalanästhesie durchgeführt, bei größeren Behandlungen ist auch eine Vollnarkose möglich. Nach dem Eingriff kann das Implantat je nach verwendetem Typ entweder unter der wieder verschlossenen Schleimhaut einheilen oder es ragt mit dem Kopf durch die Schleimhaut hindurch. Die Einheilphase variiert von Typ zu Typ, sollte aber im Regelfall im Oberkiefer bis zu 6 und im Unterkiefer bis zu 3 Monate betragen.

Bei den verdeckt einheilenden Implantaten ist dann eine ambulante Freilegung der Implantatköpfe erforderlich. Dieser kleine Eingriff findet immer in Lokalanästhesie statt und schließt normalerweise den chirurgischen Teil der Behandlung ab, wenn keine weitere Operation zur Verbesserung der Schleimhautsituation um die Implantate nötig wird.

Nun folgt die prothetische Versorgung. Diese dauert je nach Situation zwischen zwei und sechs Wochen. Nach Fertigstellung der Arbeit ist jedes halbe Jahr eine Kontrolle und Reinigung der Implantate erforderlich, was für den Langzeiterfolg unbedingt notwendig ist. Die Kosten hierfür werden ebenfalls nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen.

Operation:
In örtlicher Betäubung oder Allgemeinnarkose wird das Zahnfleisch im umgebenden Bereich eröffnet und der Knochen freigelegt sowie ggf. geglättet. Es folgt das Schaffen des Schraubenloches im Kochen mit speziellen Bohrern, danach die Einbringung des schraubenförmigen Implantates. Der sichere Sitz wird kontrolliert und die Schleimhaut über oder um das Implantat vernäht. Frühestens nach 7 Tagen können die Fäden entfernt werden. Direkt nach der Operation ist eine Röntgenkontrolle nötig.

Erfolg und Misserfolg:
Nach der Einheilphase stellt sich heraus, ob das Implantat ordnungsgemäß knöchern umbaut wurde. Eine bindegewebige Umscheidung im Kochen und die daraus folgende Lockerung oder gar eine Entzündung in der Tiefe sind als Misserfolg anzusehen, dieses Implantat muss entfernt werden. Im Normalfall kommt es aber zu einer stabilen knöchernen Einheilung, der sogenannten Osseointegration.


[Die Praxis] [Sprechzeiten] [Links] [Fachinfos] [Homepage]